Leck mich am Arsch, bin ich heute vulgär!

14Jun13

Es fing schon anfangs an: Der Wecker klingelte und ich antwortete auf sein Rufen zart aber bitter: Halt die Fresse, du Nazi!

Vor dem Haus traf ich auf eine Nachbarin. Sie machte ihr Fahrrad abfahrbereit. Als ich aus dem Hauseingang trat, grüßte sie mich nach Art der Frauen, die vom Schicksal begünstigt sind, d.h. mit gut gelaunter, glockenheller Stimme – auch sonst eine Schönheit: leicht arrogante Aura, aber Frohnatur mit blendend weißen Beinen und langen Zähnen. Oder umgekehrt. Anstatt: Wenn du noch länger so über dein Fahrrad gebeugt stehst, krieg ich Fantasien in der Hose, – war meine Antwort: Halt die Fresse, du Nazi!

Ruft mich so’n Sohn einer Frau an, die man zurecht Zwei-Euro-Lilli nennt:

So’n Sohn: „Mahlzeit, Brüderchen! Wie geht’s dir, alles gut?“

Ich: „Ich habe dir schon Tausendmal gesagt – in Gedanken –, dass ich Leute nicht ausstehen kann, die ‚Mahlzeit‘ zum Gruße sagen, und jetzt sage ich es dir wirklich: Ich kann Leute nicht ausstehen, die ‚Mahlzeit‘ zum Gruße sagen! Sind wir hier bei der Sparkasse, in der Versicherung oder aufm Bau oder was?“

So’n Sohn: „Tut mir leid.“

Ich: „Halt die Fresse! Und nenn mich nicht Brüderchen, du Nazi!“

Im Büro endlich angelangt, mich zum Schlafe hingelegt, ruft ein Kunde an.

Kunde: „Ichch habe einen weiteren Auftrag fürr Sie, Herr Wirr. 1 Million, wenn Sie mir sagen, wie ich 5 Millionen machche.“
Ich: „Und deswegen rufen Sie den ganzen Weg aus der Schweiz an? Wegen dem Bisschen Franken? Denken Sie doch größer, Mann!“
Kunde: „Etwa so?“
Ich: „NOCH größer!“
Kunde ächzt angestrengt: „So?“
Ich: „Ja, wird langsam besser.“
Kunde: „Ichch freu michch. Ichch überweis schon mal das Geld.“
Ich: „Nicht so schnell. Am Preis müssen wir noch was machen.“
Kunde: „Was haben Sie sichch vorrg’stellt?“
Ich: „Überweisen Sie mir 10 Mios in kleinen Scheinen, bitte per Expresslieferung bis morgen. Übermorgen kann ich Ihnen sagen, wie Sie an an Ihre 5 Mios kommen.“
Kunde: „Ist es nicht ein wenig viel?“
Ich: „“ein wenig viel“? Wollen Sie Wortwitze machen oder Geschäfte? – Na, wenn Sie wieder klein denken wollen, kann ich Sie nicht davor schützen.“
Kunde: „Nein-nein, so war das nicht gemeint…“
Ich: „Schon gut, ich verstehe ja Ihre Bedenken. Hatte ich früher auch mal. Aber denken Sie so: Was hätten Sie lieber, schon übermorgen 5 Mio. oder 20 in zwei Monaten?“
Kunde: „Sie haben ja Rechcht, je schneller deschto besser. Ichch werde michch gleichch an die Überweisung machchen.“
Ich: „Gut, verbleiben wir so. Ich rufe Sie an.“
Kunde: „Vielen Dank! Ichch freu michch, mit Ihnen Geschäfte zu machen!“
Ich: „Jaja.“

So ein Nazi.

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8 Responses to “Leck mich am Arsch, bin ich heute vulgär!”

  1. 1 phantadu

    Leck mich am Arsch, hast du blöde Kunden! 😀

    • Nur solche!

  2. 3 spanksen

    Mahlzeit :mrgreen:

    • Halt die … – ach, egal, ich komme gegen die Welt eh nicht an. 😀

    • 5 Emily

      Hach, das wollte ich auch gerade sagen :mrgreen: Du warst schneller!

      • 6 Emily

        Also Mahlzeit… ihr versteht mich, oder?? ☼ *hüstel*

      • Meine Güte, seid Ihr alle frech!

        (niemand ahnt, dass ich mich über eure frechheiten freue. es wird auch nie nicht jemand erfahren.)

        Habe ich das gerade laut gesagt?

        (ich hoffe nicht. notiz an mich selbst: ab sofort leiser denken.)

      • 8 Emily

        Ich hab nix gehört 😎


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