Archive for the ‘Leben’ Category

Wer gewinnt?

02Apr16

„Schmeißt Steine ins Wasser, wer kommt weiter?“, sagt die Mutter. Junge und Mädchen, beide etwa zehn, machen sofort mit. Sie geben einen ehrgeizigen Wettkampf, bis der Arm wehe tut. Der Junge wirft weiter als das Mädchen. Das Ergebnis ist knapp aber eindeutig. „Wer hat gewonnen?“, fragt der Junge nach einiger Zeit des Wettkampfs. „Niemand, Ihr […]


Im LuxExpress Tallinn-Riga sitzt die junge Frida Kahlo in blond.


In der weitläufigen Weinstube sitzen Zwei. Ein alter Mann, der bei Kerzenschein eine Zeitung liest, und ich. Manche Tischreihe ist so lang, dass ihr Ende im Dunkel des Stubengehölzes verschwindet. Ich habe den kleinsten Tisch gewählt, mit vier Stühlen, mehr Gesellschaft als mich selbst erwarte ich nicht. Ein Grauburgunder soll mir die Welt erklären. Nach […]


Im Tabakladen übergeht mich die Verkäuferin wegen eines Stammkunden. Im Vestibül der Sparkasse überholt mich ein junger Mann, um vor mir am Automaten zu sein, nachdem ich für uns beide die automatische Schiebetür, die um 16:00 Uhr bereits geschlossen ist, mit der Karte geöffnet hatte. Auf dem Bürgersteig überfährt mich ein alter Mensch auf seinem […]


heute war ein ereignisreiches Wetter. Die Freundlichkeit der letzten Tage war verschimmelt. Die Leute drehten durch. „Dennis, KOMM JETZT!“, schreit sie hasserfüllt ihren Sohn an. „‚dennis, komm jetzt’“, äfft eine alte Dame murmelnd nach. Sie murmelt nicht laut aber vernehmlich. So geriet ich zwischen die Fronten eines Bitchfights. Ans Meer kann ich mich auch nicht […]


Zwei junge Mütter schoben und polterten ihre Zwillingswagen durch die Tür eines Straßencafes. Die zahlreichen Gäste blickten besorgt aber wohlwollend gegen den zu eng erscheinenden Türrahmen des zu eng erscheinenden Cafes; wenn alle näher zusammenrückten und man eine Kellnerin entließe, würde es schon gehen.


Manche Verschwörungstheorien besagen, dass tägliches Arbeiten nur dazu dient, den Menschen vom eigentlichen Sinn des Lebens abzulenken: Sex und Kekse.


Es handelt sich um überall vorhandene Menschen. Sie sind unter uns, manchmal denken sie, sie seien über uns. Ich spreche wahrheitsgemäß, sie sind in Massen vorhanden, ähneln sich wie ein Hoden dem anderen, sie kommen praktisch in allen geographischen Winkeln Deutschlands vor, es ist geradezu eines ihrer Wesensmerkmale, dass man sich ihnen nicht entziehen kann […]


Eine Kollegin nennt mich zum wiederholten Male „Sonnenschein“. Langsam ist mir das unheimlich. Denn ich empfinde mich selbst eher als Regenschein, meinetwegen auch Sonnenscheiß, aber niemals Sonnenschein.


Dies ist nicht romantisch gemeint: Die Faulheit, die uns in der Kommunikation mit Mitmenschen, Abkürzungen nehmen lässt, führt zur Zweiteilung der Welt in: Arrogante Fatzkes und Beleidigte Leberwürste. Böse gucken ist leicht, das können schon Babys. Böse reden ist schwerer, zumindest direkt gegenüber seinem Gegenüber. Lieb sind sie alle, sobald sie’s Maul aufmachen. Das ist […]